Heute war der große Tag: Assessment-Center im Kaiserhof. Das ganze fand im Friedrichsaal statt. Mir haben natürlich die Knie gezittert, so nervös war ich. Und  mein alter Hosenanzug denn ich extra in die Reinigung gegeben habe,  hat an ein paar Stellen nicht mehr ganz perfekt gesessen. Ich sollte mehr Sport machen. Der erste Eindruck von Proetca Society: Die Leute waren alle sehr nett und freundlich. Wenn die da alle so sind, macht es bestimmt auch Spaß für die zu arbeiten. Uwe Gonzoldt schaute persönlich kurz vorbei und begrüßte uns. Die scheinen wirklich viele Leute zu suchen.

Und dann kamen die Tests, ausführliche Gespräche und Gruppendiskussionen. Was ich gut fand war,  dass die auf so einen Standard-Mist wie „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren“ verzichtet haben. Ich hatte das Gefühl, dass sie wirklich an uns als Menschen interessiert waren. Neu für mich war, dass ich einen sogenannten neurowissenschaftlichen Persönlichkeitstest machen musste. Was da genau passiert? Keine Ahnung, aber mit sowas verdienen die ja ihr Geld. Also setzen sie die Geräte auch ein.

Mein Gefühl? Es war nett, ich war irgendwann entspannt und fühlte mich wohl aber meine Mitbewerber spielen in einer anderen Liga: Die meisten waren jünger, waren auf den besseren Uni (Ich habe sogar eine Frau kennengelernt, die Mitglied im Oxford-Club ist!!!) und hatten, was ich so mitbekommen habe, vorher schon Jobs in Super-Unternehmen. Ich denke ich buch den heutigen Tag ganz ohne Koketterie mal unter „wertvolle Erfahrung“ ab.

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Jetzt ganz ruhig bleiben. Ich habe die Antwort von Protecta auf meine Bewerbung bekommen. Bevor ich die Mail geöffnet habe, hab ich mir erst einmal einen Kaffee geholt. Natürlich habe ich mir die ganze Zeit eingeredet, dass ich sowieso keine Chance habe, damit die Enttäuschung nicht so groß ist. (Und ehrlich gesagt auch, damit ich vor Tom und den anderen nicht wie ein Trottel darstehe, wenn es nicht klappt.) Und was soll ich sagen? Es hat geklappt. Ich bin eine Runde weiter und zum Assessment-Center eingeladen worden. Dafür muss ich noch nicht einmal nach Stuttgart. Eins findet hier in Berlin statt. Kommenden Montag um 8.00 Uhr soll ich ins Hotel Neuer Kaiserhof kommen. Mal schauen was dann so passiert.

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Heute kam eine Mail von Tom. Sie bestand nur aus einem Link zu einer Stellenausschreibung. Das Unternehmen heißt Protecta Society. Sitzt natürlich in Stuttgart. Den Namen hatte ihn vorher noch nie gehört. Ich habe dann nachgeschaut: Protecta Society ist ein Sicherheitstechnik-Unternehmen und beliefert vor alle große Unternehmen und Regierungen. Also Business to Business – nichts für kleine Endverbraucherinnen wie mich:-).

Die Stelle klingt gut. Genau mein Profil. Spannend. Aber Meike und ich müssten umziehen. Die Bewerbung geht online. Ich habe es einfach mal gemacht und Tom auf „bcc“ gesetzt. Ich glaube nicht, dass ich eine Chance habe. Ich weiß auch nicht, ob ich zu so einem Konzern passe. Bisher habe ich ja vor allem in kleinen Klitschen gearbeitet. Alles war übersichtlich, ich kannte alle Kollegen und zum Chef konnte man einfach so reingehen wenn mal was war. Die Abläufe in so einem Konzern werden da ganz anders sein. Ob ich mich umstellen kann? Mal abwarten. Über so etwas kann ich mir noch den Kopf zerbrechen, wenn ich den Job habe. Was ich noch nicht sehe: Auf so eine Stelle werden sich zig bessere melden als ich. Trotzdem: Wenn ich eine Absage bekomme wäre ich enttäuscht. Man ist ja auch ein wenig eitel…

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